Bayerischer Flohmarkt im Irsinger Unterfeld

Türkheim/Irsingen – Emil Mayer aus Türkheim, der Veranstalter des bayerischen Flohmarkts, hätte sich kein besseres Klima wünschen können. Petrus lässt seit Samstag die Sonne auf das bunte Treiben auf dem Irsinger Unterfeld scheinen und ist freundlich zu den zahlreichen Ausstellern und Besuchern.

Auch unsere Redaktion hat den Flohmarkt besucht: Am Samstag, 13. August 2022 um 7:45 Uhr. Der Morgen beginnt für viele mit einem Gang zum Bäcker, um frische Brötchen zu kaufen. An diesem Samstag sind jedoch bereits Hunderte von Ausstellern und Besuchern, viele Erwachsene, mit noch mehr Kindern an der Hand oder in Wagen (Karren), auf dem bayerischen Flohmarkt im Irsinger Unterfeld beschäftigt. „Zwei Parkplätze“ – von einer Gesamtparkfläche von 10 Hektar – „sind seit ca. 6 Uhr besetzt“, gibt Wachmann André Stelzenmüller aus Bobingen freundliche Auskunft. Er ist seit 4 Uhr morgens dort und hat noch viele Stunden vor sich. Sowie das medizinische Notfallteam, das mehrere Zelte aufgebaut hat und mit einem Team von Fachleuten bereitsteht.

Sicher ist sicher, das gehört wohl zum Motto von Emil Mayer, dem Organisator einer der größten Flohmarkt-Veranstaltungen inklusive Kinderanimation in Südbayern. Zwei Jahre Flohmarktvertreibung – da gibt es was nachzuholen. Du hörst es überall. Seien es die Händler, die immer wieder betonen: „So viel hat sich angesammelt und das muss raus und unter die Leute“, oder seitens der Vermarkter – und der Shopper, die „das Feilschen sehr vermisst haben“.

Apropos Brötchen: Auf der 150 Meter langen Schnabulier-Meile gibt es frühmorgens Bier und Bratwurst, Kaffee und Crêpes, kurz nach zehn Kraut- und Käsespätzle, Pizza, Hackbraten oder Roastbeef. Wenn Sie nach vier Uhr aufwachen, können Sie natürlich um halb zehn zu Mittag essen.

Einige Schrottaussteller reisten freitags an, um den Ansturm und die ankommenden Anhänger in den Größen vom Pkw über Transporter bis hin zu Anhängern, Transportern oder auch Baufahrzeugen mit Kränen zeitlich und räumlich gut zu verteilen.

Auch internationales Publikum

Elke und Nicole Struck aus Ulm haben sich mit Nicoles australischem Freund Brandon Scott und dem Chihuahua-Welpen Zoe hinter ihrer allgemeinen Produktlinie niedergelassen. Sie waren bereits mehrfach dort und bleiben während der Ausstellungszeit im Auto. Du kannst und du kannst, aber du musst nicht.

Die glücklichen Helga und Benedikt Bauer aus Windach, Mutter und Sohn, die einen Standgutschein vom Landsberger Kreisboten gewonnen haben – sie kommen immer nachts nach Hause. Helga habe “immer mit einem Platz auf dem Flohmarkt geliebäugelt” und sich gesagt: “Wenn ich gewinne, dann tue ich es!” Und tatsächlich, es funktionierte. „Toll, entspannt“ finden Mutter und Sohn die ganze Umgebung und wollen die drei Tage genießen. Und natürlich so viel wie möglich verkaufen; Die beiden haben jede Menge Kinderschuhe, Spielsachen und eine knallrote Mini-Couch im Angebot.

Nun, in Bezug auf den Umsatz bezeichnen einige der Trödelläden die Lage als durchschnittlich. „Geld ist nicht mehr so ​​locker“, hört man oft, sowohl von privaten Anbietern als auch beispielsweise von Michael Scheurer, einem professionellen Zollagenten aus Mindelheim. Sie können auch Verkäufer neuer Produkte wie Seifen oder Öle, Hosen, Kleider, Socken, T-Shirts, Gemüsehobel und Küchenzubehör aus Kunststoff finden.

Nachhaltigkeit leben

Allerdings: Privatpersonen mit Gebrauchtwaren überwiegen. Dass das Wetter super ist, die Angebotsfülle wirklich nicht zu übersehen ist und das in einer Zeit, in der die finanzielle Situation vieler Menschen und die klimatische Situation unseres Ökosystems bereits kompliziert geworden ist, gibt dem Markt einen wichtigen Anstrich. : als Ort des Recyclings und der Nachhaltigkeit. Dieser Aspekt ergänzt die historische Seite eines geschichtsträchtigen Flohmarktes, der wie eine Chronik materieller Güter Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte umspannt.

Geräte, Möbel, Druckerei, Handmixer oder Wäschetrockner als (Zeit-)Zeugen der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung. Neben Gebrauchsgegenständen, viel Schrott, Schrott, gebrauchten und abgenutzten Gegenständen gibt es auch Schönes, Schönes, Originelles und Feines: Instrumente, Porzellane, Gläser, Stoffe, Schmuck, Leuchter, Messkreuze, Gemälde, Designartikel .

Zu diesen Kategorien gehören auch Dinge, die der 10-jährige Diego aus Österreich oder die Vietnamesin Thi-Thu La, beide derzeit in Schwaben, gekauft haben: Diego der Jüngere, eine riesige Smartwatch mit einem Armband als Wandschmuck, ein paar schöne Klamotten. Sie kaufte sie bei Lydia Sirch, Zaisertshofen und seit 17 Jahren Ausstellerin hier in Irsingen.

Gerd Schellbach, der in Dresden geboren wurde und heute in Krumbach lebt, suchte „nur drei Fahrradklingeln“ – er wurde mit einem ganzen Klingelschaft gefunden. Diana Weber, 25, sucht ihren Freund Mick Fitze, 27. Beide stammen aus Mickhausen und haben für ihre Neffen und Nichten Schnäppchen gekauft: „Besonders schöne Klamotten für wenig Geld, denen die Kids nach ein paar Wochen sowieso rausgewachsen sind.“

Alexander Monet, „als der Maler, den Sie kennen“, aus Penzing ist seit fünf Jahren bei uns und – vielleicht weil er neben einem Haufen Nippes auch eine auffällige, mörderische Registrierkasse trägt – bei ihm klingelt die Kasse oft. „Es läuft sehr gut“, sind sich Alexander und Hannelore Hassolt einig; Geschmack beweist das Ehepaar Dillinger mit seinem attraktiven Sortiment – ​​vom Fahrrad bis zur Rassel.

So war es „juckend“, am langen Wochenende rund um Mariä Himmelfahrt Heerscharen ins Irsinger Unterfeld zu ziehen; obwohl der Juckreiz sicherlich nicht von irgendwelchen Flohbissen kam; Viele Leute wollten auf dem Flohmarkt ein Schnäppchen machen. Oder einfach nur zuschauen und herumlaufen.

Ein kleiner Exkurs zur Herkunft des Wortes „Flohmarkt“

Allerdings: So weit man sich umgeschaut hat, konnte man alles kaufen, was es da draußen gibt; nur eins: es gab nirgendwo Flöhe. Aber warum heißt er Flohmarkt? Die über hundertjährige Tradition des Handels mit gebrauchten Dingen, bei denen tatsächlich immer wieder Flöhe gefunden wurden, geht vermutlich auf die Franzosen zurück, den „Marché aux puces“, den „Flohmarkt“. Eine schöne Geschichte, die neben Flöhen auch zeigt, dass Recycling und Nachhaltigkeit keine Erfindungen unserer Zeit sind.

Diegos Vater, ein sehr erfahrener Fuchs, forderte übrigens „einen Euro für den Jungen“ für ein Foto mit seinem Sohn. Verunsichert von diesem Ansturm zückten sie dem Guten zuliebe ihre Brieftaschen und dachten: Na, der Vater steckt seinem Sohn in Sachen Geld einen Floh ins Ohr, seit er klein ist. Aber natürlich gehört das Feilschen zum Geschäft und erst recht auf dem Flohmarkt.

Abbildung der Rubrikenliste: © Springer

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