Buch: Die Liebe zur Natur treibt Sie an – Neckartal und Odenwald – Nachrichten und Aktuelles aus der Region

Von Rüdiger Busch

Buch. Nicht nur seine Fotos spiegeln seine Begeisterung für die Natur wider, im Gespräch mit Andreas Schneider wird schnell klar, dass hinter seinen faszinierenden Fotos weit mehr steckt als die Suche nach dem perfekten Motiv. Mit seinen Fotos möchte der 33-jährige Tierfotograf den Betrachtern helfen, den Wert der unberührten Natur und ihrer Bewohner zu schätzen. Schneider ist den RNZ-Lesern unter anderem für seine atemberaubenden Fotos vom Biber am Hollersee bekannt.t.

Fotograf Andreas Schneider vor einem seiner „Lieblingsreviere“, dem Hollersee. Foto: R. Busch

Als Teenager war nicht absehbar, dass er eines Tages seine Freizeit damit verbringen würde, Tiere zu fotografieren. Seine Leidenschaft war damals das Skaten: Die Anlage Barriereberg war sein zweites Wohnzimmer. Der gebürtige Buchener machte sein Hobby später zum Beruf: Als Bauingenieur plant er heute Skateparks.

Zur Fotografie kam Andreas Schneider durch die Reiselust. 2011 begann er während einer Australienreise wilde Tiere zu fotografieren. Begeisterung war geweckt. „Ich habe viel durch Bücher und YouTube-Videos gelernt“, sagt er. Nach und nach kaufte sich der Hobbyfotograf professionelles Equipment im Wert von mehreren tausend Euro. Während seiner Reisen – darunter vier Reisen nach Afrika – wuchs Andreas Schneiders Interesse an Wildtieren und Fotografie immer mehr. Unter anderem beteiligte er sich an einem Freiwilligenprojekt zur Überwachung des Afrikanischen Wildhundes.

Wenig später rückte die heimische Tierwelt zunehmend in den Fokus des Fotografen: In Stuttgart, wo er sieben Jahre arbeitete, führte sein Weg ins Büro durch den Schlosspark, wo er regelmäßig kurze Stopps einlegte, um wilde Tiere in der Großstadt zu fotografieren. All das Interessante zum Fotografieren im Odenwald entdeckte er dann, als er während der Bauzeit zu seinen Eltern nach Buchen zurückkehrte: „In dieser Zeit begann ich, die heimische Natur zu entdecken.“

Er merkte schnell, dass es so befriedigend sein kann, einen Biber vor die Linse zu bekommen – es muss kein Elefant sein. Da einheimische Wildtiere meist sehr scheu sind, begann er, sie intensiver zu behandeln. Er lernte Spuren zu lesen, folgte den Geräuschen von Tieren und kaufte sich eine Wildkamera.

Durch Zufall entdeckt, wartete Andreas Schneider stundenlang vor einem Dachsbau. Das Ergebnis ist beeindruckend. Foto: André Schneider

„Meine größte Entdeckung war a

Von Rüdiger Busch

Buch. Nicht nur seine Fotos spiegeln seine Begeisterung für die Natur wider, im Gespräch mit Andreas Schneider wird schnell klar, dass hinter seinen faszinierenden Fotos weit mehr steckt als die Suche nach dem perfekten Motiv. Mit seinen Fotos möchte der 33-jährige Tierfotograf den Betrachtern helfen, den Wert der unberührten Natur und ihrer Bewohner zu schätzen. Schneider ist den RNZ-Lesern unter anderem für seine atemberaubenden Fotos vom Biber am Hollersee bekannt.t.

Fotograf Andreas Schneider vor einem seiner „Lieblingsreviere“, dem Hollersee. Foto: R. Busch

Als Teenager war nicht absehbar, dass er eines Tages seine Freizeit damit verbringen würde, Tiere zu fotografieren. Seine Leidenschaft war damals das Skaten: Die Anlage Barriereberg war sein zweites Wohnzimmer. Der gebürtige Buchener machte sein Hobby später zum Beruf: Als Bauingenieur plant er heute Skateparks.

Durch die Reiselust kam Andreas Schneider mit der Fotografie in Kontakt. 2011 begann er während einer Australienreise wilde Tiere zu fotografieren. Begeisterung war geweckt. „Ich habe viel durch Bücher und YouTube-Videos gelernt“, sagt er. Nach und nach kaufte sich der Hobbyfotograf professionelles Equipment im Wert von mehreren tausend Euro. Während seiner Reisen – darunter vier Reisen nach Afrika – wuchs Andreas Schneiders Interesse an Wildtieren und Fotografie immer mehr. Unter anderem beteiligte er sich an einem Freiwilligenprojekt zur Überwachung des Afrikanischen Wildhundes.

Wenig später rückte die heimische Tierwelt zunehmend in den Fokus des Fotografen: In Stuttgart, wo er sieben Jahre arbeitete, führte sein Weg ins Büro durch den Schlosspark, wo er regelmäßig kurze Stopps einlegte, um wilde Tiere in der Großstadt zu fotografieren. All das Interessante zum Fotografieren im Odenwald entdeckte er dann, als er während der Bauzeit zu seinen Eltern nach Buchen zurückkehrte: „In dieser Zeit begann ich, die heimische Natur zu entdecken.“

Er merkte schnell, dass es so befriedigend sein kann, einen Biber vor die Linse zu bekommen – es muss kein Elefant sein. Da einheimische Wildtiere meist sehr scheu sind, begann er, sie intensiver zu behandeln. Er lernte Spuren zu lesen, folgte den Geräuschen von Tieren und kaufte sich eine Wildkamera.

Durch Zufall entdeckt, wartete Andreas Schneider stundenlang vor einem Dachsbau. Das Ergebnis ist beeindruckend. Foto: André Schneider

„Mein bester Fund war ein Dachsbau, den ich viele Stunden beobachtet habe, bevor ich die Bewohner sah“, sagt Schneider. Er fand es zufällig heraus, als er mit seinem Hund spazieren ging. Er muss die Dachse gerochen haben und führte seinen Herrn zu dem riesigen Gebäude im Wald bei Buchen: „Das Gebäude muss mehrere Jahrzehnte alt sein. Es hat 15 Ein- und Ausgänge.“ Gut getarnt hat Andreas Schneider Ausschau gehalten, er hat herausgefunden, wann die Tiere aktiv sind und wann er sie besser fotografieren kann. „Ich habe viel über die Tiere und ihr Verhalten gelernt. Und wenn man ein gutes Foto hinbekommt, ist das die Belohnung für das stundenlange Warten und Durchhalten.“

Leider geht diese Rechnung nicht immer auf: „Ich habe dieses Jahr zehn Mal jeweils etwa drei Stunden im Dachsbau gewartet – aber ohne Bild!“ Trotz zeitweiliger Rückschläge: Das Fotografieren heimischer Tiere wurde für Andreas Schneider in der Corona-Zeit zum Reiseersatz: „An einem Dachs kann ich mich genauso erfreuen wie an einem Löwen!“

Obwohl er mittlerweile mit seiner Freundin im eigenen Haus in Schneeberg lebt, fotografiert er immer noch viel in den Wäldern rund um Buchen. Ein beliebtes Motiv war und ist der Biber in Hollersee und Hollerbach.

Mit einer Wildkatze hatte Andreas Schneider nicht gerechnet. Foto: André Schneider

Unerwartet hat Andreas Schneider kürzlich ein äußerst seltenes und scheues Tier vor die Linse bekommen: eine Wildkatze. Ihm ist ein umgestürzter Baum an einem Bach bei Hettigenbeuern aufgefallen – ein guter Platz für eine Wildkamera, denn dieser Weg über einen Wasserlauf zieht viele Tiere an. „Ich habe erwartet, einen Waschbären zu schießen – ich habe nicht mit einer Wildkatze gerechnet“, gesteht der 33-Jährige, der den Waldbewohner an seinem Schwanz erkennen konnte, der viel dicker ist als der einer Hauskatze.

Aber nicht nur die Wildkatze nutzte den Baumstamm, um den Bach zu überqueren, auch viele andere Tiere wurden gefilmt, wie eine Schleiereule, die ruhig eine Maus am Stamm fraß, ein Schwarzstorch beim Angeln und der seltene Reiher. Spektakuläre Fotos hat er auch von einer Feuersalamander-Kolonie bei Hettigenbeuern gemacht.

Auch Andreas Schneider hat eine Kolonie Feuersalamander gefunden und fotografiert. Foto: André Schneider

Was war bisher das schönste Bild von ihm? „Das ist eine schwierige Frage“, sagt Andreas Schneider. Ihm ist spontan ein Foto eines Fuchshais aufgefallen, das er in 30 Metern Tiefe fotografiert hat. „Diese zehn Sekunden waren bei weitem nicht so einprägsam, als zwei Stunden lang der Dachsfamilie zuzusehen, sich fertig zu machen und miteinander zu spielen.“ Hinweis: Nicht die Tierart ist entscheidend, sondern das Erlebnis drumherum, wenn sich Geduld und Beharrlichkeit auszahlen.

Aber gibt es da nicht ein Tier, das er gerne noch fotografieren würde? „Der Wolf“, antwortet Andreas Schneider wie ein Pistolenschuss. Aber nicht irgendeinen: “Die Lausitz wäre der Ort in Deutschland, an dem man am ehesten einen fangen könnte. Aber das wäre nichts Besonderes.” Andreas Schneider hingegen möchte den „Wolf vom Odenwald“ fotografieren. Die Region ist ein idealer Lebensraum für den Wolf. Es ist jedoch eine besondere Herausforderung, einen zu fotografieren, da sie an einem Tag lange Strecken zurücklegen können und über extrem entwickelte Sinne verfügen, die Sie zuerst überwinden müssen.

Doch vorerst bleibt der Wolf ein Traum, den nur der Zufall erfüllen kann. Aber was treibt Sie an, jede freie Minute der Naturfotografie zu widmen? „Meine Begeisterung für die Natur vor unserer Haustür möchte ich mit meinen Fotos teilen“, sagt Andreas Schneider. „Der Betrachter meiner Aufnahmen soll das Tier nicht nur wertschätzen, sondern idealerweise auch etwas über die Natur und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Arten erfahren.“ Gleichzeitig will er damit das Bewusstsein für das wichtige Thema Artenschutz schärfen und das Wertvolle festhalten, das wir zu verlieren drohen. Und es lohnt sich wirklich jede Minute des Wartens…

Information: www.instagram.com/andreas.schneider.naturfoto/

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