Die Spielvereinigung Forsthart feiert ihr 90-jähriges Bestehen

Von der SpVgg Forsthart: Bürgermeister Siegfried Lobmeier mit Fahnenträger Konrad Stadler, Fahnenmutter Marianne Leberfinger, Festdamen Leonie Leibl (rechts) und Sophia Fleischmann (links) sowie Kellner Lucas Söldner.

Von der SpVgg Forsthart: Bürgermeister Siegfried Lobmeier mit Fahnenträger Konrad Stadler, Fahnenmutter Marianne Leberfinger, Festdamen Leonie Leibl (rechts) und Sophia Fleischmann (links) sowie Kellner Lucas Söldner.

Die Spielvereinigung Forsthart (Gemeinde Künzing) feierte am Sonntag ihr 90-jähriges Bestehen mit der Einweihung ihres neuen Vereins.

Optimismus zahlt sich aus: Trotz aller Wettervorhersagen glaubte die Geschäftsführung der Spielvereinigung Forsthart keinen Moment daran, dass das 90-jährige Jubiläum der Spielvereinigung Forsthart eV nicht auf dem Fußballplatz ausgetragen werden kann. Und tatsächlich: Nach den Regenschauern des Vortages fand das lang geplante Fest mit der offiziellen Eröffnung des neuen Clubhauses am Sonntag bei mildem Herbstwetter komplett im Freien statt.

In einem langen Zug folgten der Jubiläumsverein, Mitglieder des Fördervereins des FC Künzing, Ehrengäste, Pfarrer Alfred Binder, Forsthartvereine und Gruppen aus Künzing, Walchsing und Iggensbach vom Kirchplatz zu den Sportplätzen. Angeführt wurden sie von Zugführer Alfons Hartl, Ehrenring der Gemeinde Künzing und Präsident des Reservistenverbandes Forsthart, sowie den Musikern der Blaskapelle „Auf’gmuggt“.

Fußball hat soziale Aspekte

Hinter dem behelfsmäßigen Altar an den Seiten thront ein großes Holzkreuz. Dieses haben Alfons Hartl und Harry Hahn zum Festtag künstlerisch gestaltet. Zu Beginn des Gottesdienstes verriet Pfarrer Alfred Binder mit einem Augenzwinkern, dass er selbst nicht in die sportlichen Fußstapfen seines Vaters und Großvaters getreten sei. Aber er konnte dem überraschten Publikum mitteilen, dass das älteste Dokument, in dem der Fußball erstmals in Europa erwähnt wird, aus dem 12. Jahrhundert stammt und in den Archiven des Vatikans aufbewahrt wird.

Gerade ein Sport wie Fußball habe soziale Aspekte, philosophierte Pfarrer Binder: Mit gemeinsamen Interessen und Solidarität setzt man sich ein Ziel. Unterschiedliche Stärken einzelner Spieler führen Teams zum Erfolg. Aber auch an geteilten Niederlagen kann man wachsen. Eine Community funktioniert nur, wenn sich alle an gewisse Regeln halten, die den Mitgliedern wiederum eine gewisse Sicherheit geben. Als Team lernen Sie spielerisch soziales Verhalten und das Bewusstsein, Ihren Beitrag zum Erfolg zu leisten.

„Haus für Jahrzehnte gebaut“

Der Neubau zeige auch die Einheit der Forsthart Spielvereinigung, lobte Pastor Binder. Die Mitglieder haben mit ihren Planungen, Kalkulationen und ihrem Einsatz gezeigt, dass sie bereit sind, sich weit über das sportliche Engagement hinaus für „ihren“ Verein einzusetzen. Mit dem Bau der neuen Vereinszentrale sei „in Forsthart eine Heimat für Jahrzehnte gebaut und für den Verein lebensfähig gemacht worden“. Der Geistliche dankte allen „von ganzem Herzen, die ihre Freizeit für die Sache geopfert und sich auf unterschiedliche Weise eingebracht haben“.

Nach einem Segensgebet für den neuen Verein, der Hymne „Großer Gott, wir preisen dich“ und der bayerischen Hymne ging Pfarrer Binder zum Gebäude, um die Kirche zu segnen.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von den Blasinstrumenten mit den Liedern der „Schubert-Messe“. Theresa Blazejewicz las und betete. Der Dienst des Mesners lag in vertrauten Händen von Anna Rader.

Manövrierte den Verein in schweren Zeiten

Bundespräsident Thomas Schafflhuber wiederum begrüsste offiziell die Ehrengäste und die Vereine, die der Einladung gefolgt sind, und dankte dem Pfarrer für seinen feierlichen Dienst.

Bürgermeister Siegfried Lobmeier hatte in der Chronik der Spielvereinigung geblättert: Nachdem 1924 nur noch ein Fußballfeld zum Kicken zur Verfügung stand, beschlossen acht Jahre später einige mutige Männer, die Spielvereinigung Forsthart eV zu gründen. Der geweckte Sportsgeist war durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges für viele Jahre blockiert. Ende der 1940er Jahre lebte die Freude am runden Leder wieder auf. Belegt ist eine 28-tägige Aktion, bei der ein zweieinhalb Meter großer Hang mit Spitzhacke und Schaufel in ein ebenes Fußballfeld verwandelt wurde. Nach zähen Verhandlungen mit Aldersbach wurde 1962 das jetzige Sportgelände am Hartler Berg für 5.000 D-Mark erworben. Der Sportkomplex wurde sechs Jahre später fertiggestellt. Der Bürgermeister lobte den vorbildlichen Einsatz von Ehrenpräsident Heinz Schütz, der den Verein sicher durch schwierige Zeiten manövriert hat, und des aktuellen Vorstandes, dessen Initiative wir „Forstarts neuem Schmuckkästchen“ verdanken.

Mit Teamwork viel erreicht

MdB Thomas Erndl lobte „die neue Generation, die mit ihrer Solidarität viel erreicht hat“. In seinem Grußwort überbrachte der ehemalige Abgeordnete Barthl Kalb Glückwünsche der Bezirkshauptmannschaft Deggendorf.

Otto Baumann, Bezirksvorsitzender des BLSV, lobte den Mut und die Tatkraft des Vorstandes des Glücksspielverbandes. Der neu errichtete Club “sucht seinesgleichen”, stellte er bewundernd fest. Besonders erfreulich ist für Baumann, dass der Verein stark in die Jugendarbeit investiert, was sich positiv auf die Mitgliederzahlen auswirkt.

Zum Schluss wurden die Erinnerungsgeschenke überreicht: Ehrenpräsident Heinz Schütz überreichte Thomas Schafflhuber ein Foto der Mannschaften vor der neuen Vereinszentrale. Künzing-Präsident Reinhard Bauer überreichte dem Präsidenten von Forsthart einen Fußball und ein Foto zum 90-jährigen Jubiläum des Fördervereins. − bs

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