Es ist paradox von The Motley Fool


©Reuters. Crash und Börsenkrisen: Es ist ein Paradox

Wir wissen, dass auf eine Tsunamiwelle ein nicht minder verheerender Wasserrückstau folgt, der Zerstörungen offenlegt und neue und andere Probleme mit sich bringt. Genau das erleben wir gerade und die Aktienmärkte spiegeln die Auswirkungen wider. Alles steht auf dem Kopf, aber Anleger sollten den Kopf nicht in den Sand stecken.

Paradoxe Börsenwelt – meine Top 10 Hier eine kurze Liste, die zeigt, wie verrückt die Welt für Anleger geworden ist:

  • Die Gaspreise schießen in die Höhe und der größte Gasversorger Uniper (ETR:) (NYSE:UNSE01) ist praktisch bankrott.
  • Wir haben Inflation und Preise auf Rekordniveau und befinden uns in einem Abwärtstrend, da Kryptos als Zusammenbruch der modernen Krisenwährung dargestellt werden.
  • Autohersteller wie Audi klagen über eine unzureichende Versorgung mit Komponenten und verbuchen dennoch Rekordgewinne.
  • Die Energiewende ist dringender denn je und gefällt führenden Designern Siemens Energie (ETR:) (NASDAQ:ENER6Y) wird auf einem Allzeittief gehandelt.
  • Fabrikbauer wie GEA (NASDAQ:GEA) waren vom Auftragsvolumen begeistert, aber ihre Aktienkurse scheinen etwas anderes zu signalisieren.
  • Die 5G-Revolution nimmt Fahrt auf, aber die Newcomer 1&1 (NASDAQ:1&1) und der Anbieter Ericsson (ST:) (NASDAQ:ERICSSON) wollen nicht gehört werden.
  • Wir kommen aus der größten Gesundheitskrise der Neuzeit und der größte Fresenius-Gesundheitskonzern (ETR:) (WKN: 578560) stürzt ab.
  • Die Wasserstoffwirtschaft nimmt weltweit Gestalt an, aber Akteure wie NEL (OL:) (NASDAQ:NEL) sind so günstig wie lange nicht mehr.
  • Der Wettbewerb rund um die E-Mobilität verschärft sich, aber Tesla (NASDAQ:) (NASDAQ:TSLA) (NASDAQ:TSLA) handelt fest in seinen eigenen Sphären.
  • In Krisenzeiten ist Bargeld König, aber der Cashflow-König BioNTech (NASDAQ:) (NYSE:BA) ist seit Monaten stabil.

Zumindest auf den ersten Blick sind all diese Entwicklungen überraschend, denke ich, ohne die Weisheit der Rückschau. Man muss tiefer graben, um ein Muster dahinter zu sehen und die zugrunde liegenden Verbindungen zu identifizieren.

Domino-Effekte Einige scheinbar paradoxe Entwicklungen sind leicht zu erkennen. Wenn Komponenten knapp, aber im Vergleich zum Endprodukt billig sind, wird das Angebot abnehmen, ohne die Nachfrage zu verringern. Davon profitieren zum Beispiel viele Autohersteller, die in diesem Jahr fantastische Margen erzielen konnten, die stagnierende Absatzmengen mehr als ausgleichen konnten.

Ein weiteres Beispiel: Volle Auftragsbücher sind kein Garant für gute Geschäfte, wenn die Kosten zwischenzeitlich stark gestiegen sind und eine rentable Abwicklung nicht zulassen. Und die Bedienung eines zukünftigen Megatrends ist nur dann erfolgsversprechend, wenn man Marktführer ist oder sich in einer Nische vom Wettbewerb abhebt.

Wenn dagegen Dutzende Player in die Produktion von Brennstoffzellen und schlecht differenzierten Elektrolysesystemen stürzen, wie es bei der noch in den Kinderschuhen steckenden Wasserstoffwirtschaft der Fall ist, wird es kaum möglich sein, adäquate Margen zu erzielen.

Schließlich muss man sich bewusst machen, dass aus wirtschaftlicher Sicht auf allen Ebenen viel schief läuft. Die Regierungen haben den Konsum inmitten der Krise in der Lieferkette gefördert. Arbeiter, die mit ihrem Besitz Überstunden machen müssten, um den Knoten zu lösen, entscheiden sich zunehmend für den Streik. Und Chinas gescheiterte COVID-Politik zwingt sogar Arbeiter, nichts zu tun.

Und jetzt stehen wir daneben und fürchten die Pleitewelle, die über die Wirtschaft hinwegfegen könnte, wenn es nicht bald besser wird.

Paradoxe Gelegenheiten für Investoren Die Welt könnte verrückt spielen. Aber das bedeutet nicht, dass es aufhört sich zu drehen. Unternehmen, die für ein paar Quartale kleinere Brötchen backen müssen, können bald wieder ganz groß aufspielen.

Viele Konzerne haben Milliardengewinne gemacht. Sobald sich die Lage beruhigt, werden sie diese nutzen und die Wirtschaft wieder ankurbeln. Auf jeden Fall gibt es genug zu tun. Damit die Energie- und Mobilitätswende gelingt und die Ernährungs- und Wasserversorgung gewährleistet sind, sind Investitionen in Milliardenhöhe nötig.

Im Moment trauen sich Anleger nicht, weiter als ein Jahr in die Zukunft zu blicken. Aber so wie sich die oben genannten Paradoxien im Nachhinein auflösen, so lösen sich auch die kurzfristigen Gründe für viele der überraschend günstigen Aktienkurse im Nachhinein auf.

Der Artikel The Stock Market Crash and Crises: It’s a Paradox erschien zuerst in The Motley Fool Deutschland.

Ralf Anders besitzt Anteile an Siemens (ETR:) Energy. The Motley Fool besitzt Aktien und empfiehlt Net ASA und Tesla und empfiehlt Fresenius.

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