Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen: Kronenfest in Geretsried

Wenn im Juli die Blaskapelle spielt und Süßigkeiten vom Himmel „regnen“, feiern die Siebenbürgen Sachsen ihr traditionelles Kronenfest in Geretsried. Am 9. Juli, ganz früh morgens, tauchten Peter Wagner und einige starke Männer der Bezirksgruppe mit ihrem „schweren Gefährt“ auf der Böhmwiese auf, um den recht hohen Kronenbaum mit dem schönen Kranz zu besteigen. Schon nach kurzer Zeit sieht man in etwa neun Metern Höhe die majestätischen Blumen über den weißen Dächern der Partyzelte. Die Schönheit und Eleganz dieser Krone liegt in den Händen der Mädchen der Jugendtanzgruppe. Gemeinsam mit Doris Ongert setzten sie das von Johann Depner gelernte Wissen gekonnt um und banden einen wunderschönen Kranz.

Die Gruppen in siebenbürgisch-sächsischen Trachten...
Gruppen in siebenbürgisch-sächsischer Tracht gestalteten das Kronenfest in Geretsried mit. Foto: Jasmin Maurus

Johann Depner ist der Meister und Kenner dieser ehrenvollen Tätigkeit. Er gehört zu denen, die seit dem ersten Kronenfest in Geretsried nicht nur ihr Wissen und Können, sondern auch viel Herzblut, Zeit und Mühe eingebracht haben, um sich die Krone zu binden. Auch in diesem Jahr standen er und Hermann Gross am Vorabend des Festes frühmorgens vor den Toren des Großmarktes, um frische Blumen einzukaufen, bevor die Großhändler eintrafen. Es gibt immer zwischen 65 und 70 bunte Blumensträuße. Dann fuhr Hans Depner wie jedes Jahr zusammen mit Hori Wagner in den Wald zu einem Großbauern in der Region, um die grünen Blätter, die er für den Kranz gespendet hatte, in große Körbe zu verladen. Ein großes Dankeschön an alle Helfer, die den Kronenbaum entworfen und montiert haben.

Pünktlich um 12:00 Uhr begann der Festgottesdienst, geleitet von Pfarrer Dr. Theo Heckel mit der musikalischen Begleitung des Evangelischen Posaunenchores Geretsried-Wolfratshausen. Mit den Worten „Lasst uns jetzt feiern, wer weiß, was morgen kommt“ ebnete Heckel den Weg für fröhliche Feiern. Untermalt wurde der kulturelle Teil des Kronenfestes von wunderbaren Klängen der Isartaler Gefolge und fröhlichen Gesängen des Kreisgruppenchores. Anbetung und Freude, Tanzen und Singen, Essen und Trinken, Lachen und Spielen verbanden und erfreuten die zahlreich erschienenen Gäste. Mit dem Siebenbürgenlied und der Bayernhymne wurde der Gürtel der Freundschaft am Ende noch einmal enger geschnallt.

Wie im Gedicht von Schuster Dutz „Wonn de Adjuvant blosen… turn de Youth draf“ sorgten unsere Adjuvantien dafür, dass sich ein paar Tanzpaare fröhlich unter der Krone wirbeln konnten. Von den schüchternen, oft schüchternen Schritten unserer Jüngsten sowie dem munteren Auftreten der Schul- und Jugendtanzgruppen konnten sich die Zuschauer jedoch nicht sattsehen. Auch Biberachs Gasttänzer wurden mit lautem Applaus begrüßt. Als Zeichen der Verbundenheit tanzten alle Gruppen gemeinsam den „Nailsmith“ unter der Krone. Danke an alle Tanzgruppenleiter, die auch die Tradition der siebenbürgischen Trachten hochhalten.

Als Simon Thamm schnell und sanft zur Krone aufstieg, sangen Bewunderer, die aufblickten, das Lied „Ihr werdet die Werke Gottes sehen“. Nach seiner traditionellen Rede „regnete“ es für die kleinen Gäste Süßigkeiten vom Himmel.

Bevor unsere Präsidentin Ursula Meyndt ein paar Worte zur Bedeutung des Kronenfestes in Siebenbürgen sagte, begrüßte sie die Ehrenpräsidentin des Vereins, Herta Daniel, die geladenen Stadträte und den Bürgermeister von Geretsried, Michael Müller. Sie könnte ihn sogar bitten, unter der Krone zu tanzen. Auch Heidi Mößner, Vorsitzende der Kreisgruppe München, wurde herzlich empfangen. Kreisgruppenkulturreferentin Iris Maurus hielt mit ihrer schwungvollen Moderation den roten Faden der Veranstaltung in den Händen und führte sie erfolgreich zu Ende.

Der Kochteil wurde dank der gut organisierten Helfer, die in mehrere Schichten eingeteilt waren, gut bewältigt. Mici und Holzfleisch, Bier und andere Durstlöscher wurden in Hülle und Fülle verteilt. Die Jugendtanzgruppe erlernt gemeinsam mit der Erwachsenentanzgruppe und Urzelnvertretern seit Jahren die Kunst des Baumteigbackens und ist mittlerweile aus keinem Fest mehr wegzudenken. Gleiches gilt für die Zehntfrauen, die die großzügig gespendeten Kuchen gut verteilten und bei einer Tasse Kaffee an die Gäste verkauften. Ihnen allen gilt ein herzliches Dankeschön.

Ab 18:00 Uhr wurde unter der Krone unter der schönen Nachmittagssonne und zu den Klängen des “Party Duos” laut gefeiert und getanzt. In diesem Jahr waren so viele Gäste wie noch nie beim elften Kronenfest in Geretsried, die leider schweren Herzens um Mitternacht nach Hause gehen mussten.

Roland Widmann

Es gibt noch keine Kommentare zum Artikel.

Um zu kommentieren, loggen Sie sich in das Login-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premium-Nutzer (Vereinsmitglieder) freigeschaltet.

Leave a Comment