Michael Saner sitzt auf dem OK

Laupersdorfer im Interview

Dieser Taler ist ein hoher Beamter der Schweizerischen Eidgenossenschaft und sagt: „Heute ist es cool, auf ein Schwingfest zu gehen“.

Michael Saner ist im Organisationskomitee des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Pratteln. Bei dem Mega-Event geht es um Millionen von Franken. Aber Laupersdörfer sagt: Geld ist nicht alles.

Michael Saner präsidiert den Nordwestschweizer Schwingerverband.  Er hat einmal einen Kranz gewonnen, aber dann hatte er Rückenprobleme.

Michael Saner präsidiert den Nordwestschweizer Schwingerverband. Er hat einmal einen Kranz gewonnen, aber dann hatte er Rückenprobleme.

Bruno Kißling

Michael Saner sitzt im Restaurant Burg no Klus vor einem Foto mit dem Rütlischwur und trinkt einen Kaffee. Auch der ehemalige Solothurner Bundesrat Willi Ritschard und General Guisan begrüssen sich von den Gemäuern.

Saner freut sich auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF), das vom 26. bis 28. August in Pratteln stattfindet; ein Großereignis mit einer Erwartung von 400.000 Besuchern.

Laupersdörfer ist Präsident des Nordwestschweizer Schwingerverbandes und Mitglied des Zentralvorstandes des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Er ist verantwortlich für die Medien des ESV und als solcher Mitarbeiter der Esaf. Sanner sagt:

“Es ist von Vorteil, wenn man weiß, wie man schwingt.”

Mit 14 Jahren fing er an zu swingen, “wie ein junger älterer Swinger”, er gewann einmal einen Kranz.

Er hat 18 Jahre lang Wrestling betrieben, aber er hat nicht oft genug trainiert, um wirklich gut zu werden.

“Es gab auch Probleme mit dem Rücken.”

Sie können den Sport bis zum Alter von 35 Jahren ausüben. Als Kampf- und Kraftsport benötigt Ringen jedoch viel Regenerationszeit, da der ganze Körper gefordert ist.

Mittlerweile ein 45-Millionen-Event

Michael Saner freut sich auf das Wiedersehen mit seinen alten Wrestling-Kumpels, «sie kommen aus der ganzen Schweiz». Auch er freut sich auf Wander, der wie alle anderen ehrenamtlich die ganze Arbeit für den Sport leistet. Esaf ist ein Anlass von 45 Millionen, der gut geführt werden will.

“Alles finanziell unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung für das Organisationskomitee.”

Eine Rolle spiele auch, dass in der Arena selbst keine Werbung erlaubt sei: „Geld ist nicht alles“.

Für den Fotografen nimmt Saner den Löffel aus der Kaffeetasse, „nid wie ne Buur“, sagt er und lacht. Er kommt von einem Matzendörfer Bauernhof, seine Eltern haben noch einige Pferde, aber er ist selbst Metzger geworden und arbeitet bei Bell in Oensingen. Ein eintretender Gast begrüßt ihn und sagt: «Sali, du bist Dr. Saner Michi; da, wo es schwingt. Wo bist du auf dem Land?” Die beiden wechseln ein paar Worte.

„Heute ist es cool, zu einem Wrestling-Festival zu gehen“, sagt Saner; die Zuschauerzahlen steigen seit 20 Jahren, nur der Nachwuchs fehlt. Bei der Größe sei man am Rande, sagt Saner. Es ist nur ein friedlicher Sport, kein Mannschaftssport. Du verteidigst traditionelle Werte, rennst nicht dem Modekram hinterher. Ist Swing auch ein politisches Statement? Saner bestreitet, dass irgendjemand politisch und konfessionell neutral ist.

Swing und Judo? Warum nicht

Was hält der Kämpfer von anderen Kampfsportarten wie Judo? Es gibt Kämpfer, die aus dem Judo kommen. Das ergänzt sich gut, es gibt ähnliche Würfe und Griffe in beiden Sportarten. Den typischen Kämpfer gibt es nicht, aber man braucht Kameradschaftsgefühl, man darf nicht eigensinnig sein, man muss gesellig sein und Spaß an der Leistung haben. Viel Freizeit muss man für den Sport opfern, nur wenige würden das Wrestling-Workload reduzieren.

Auch Saner, der zu Hause in Laupersdorf gerne im Garten arbeitet, sich um Blumen und Gemüse kümmert, ist auch ein Familienmensch. Die beiden Söhne seien per se keine Kämpfer, “die finden das nicht cool”, aber sie seien in einem Verein, der ihm als Vater wichtig sei. Was hält er von Frauen im Wrestling?

„Das ist wie bei Frauen, die gerne boxen: Wenn du willst, musst du.“

Er sieht sie nicht bei den Wrestling-Festivals zusammen.

„Wir kämpfen für unseren Nachwuchs“

Der diesjährige Gewinner ist Magnus, der zweite Preis ist Landina. Ansonsten gibt es viele Sachspenden wie Fahrräder, Möbel oder Ski zu gewinnen. In der Region Basel gab es eine sehr gute Unterstützung, und sie machen auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit. „Wir kämpfen um unseren Nachwuchs, es gibt viel Konkurrenz“, sagt Michael Saner. Der Kaffee ist vorbei, die Arbeit ruft.

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