Mundsoor bei Babys: So erkennen Sie ihn

Mundsoor ist eine sehr ansteckende, aber meist harmlose Pilzkrankheit, die vor allem Babys befällt. Wie erkennt und behandelt man die Infektion und warum werden stillende Mütter mitbehandelt?

Trinkt Ihr Baby schlecht und hat einen weißlichen Belag auf der Zunge? Es könnte Mundsoor sein. Pilzinfektionen sind bei Neugeborenen und Säuglingen sehr häufig. Das unreife Immunsystem Ihres Babys kann sich noch nicht gut gegen diese Erreger wehren. Alles über Ursachen, Ansteckung und Behandlung von Mundsoor und verwandter Krankheit Windelsoor.

Was ist orale Candidiasis?

Mundsoor (Candidiasis) ist eine Pilzinfektion. Sie tritt bei Säuglingen meist auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen auf und erscheint als weißlich-grauer Belag. Candidiasis wird durch den Pilz Candida albicans (albicans = weißlich) verursacht. Mundsoor tritt häufiger bei Neugeborenen und Babys auf. Das hat einen einfachen Grund: Ihr Immunsystem kann sich noch nicht gegen den Erreger wehren. Mit der Zeit wird Ihr Kleines immer bessere Abwehrkräfte entwickeln. Sie halten den Pilz in Zukunft fern und die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs der Krankheit wird immer geringer.

Mundsoor kann für Ihr Baby unangenehm sein, ist aber normalerweise harmlos und verursacht keine großen Schmerzen. Wird die Infektion erkannt und behandelt, endet der Albtraum nach 8 bis 14 Tagen.

Wie erkennt man Mundsoor?

Typisch für orale Candidiasis, spröde weiße Beschichtung es ist auch für Laien leicht zu erkennen. Achten Sie besonders auf diese Punkte:

  • Zunge
  • Gaumen
  • innere Wangen
  • Zahnfleisch
  • Lippen

Dank der deutlich sichtbaren Symptome wird die Infektion meist früh erkannt und lässt sich gut behandeln. Wenn dies nicht der Fall ist, kann Soor auch die Speiseröhre und den Magen-Darm-Trakt des Babys beeinträchtigen.

Weiße Flecken können zu Beginn der Krankheit auch leicht mit Milchrückständen verwechselt werden. Im Gegensatz zu Milch lassen sich Toppings jedoch nicht einfach reinigen. Bitte versuchen Sie nicht, sie zu kratzen. Das wäre schmerzhaft, denn die Haut unter der Plaque ist oft entzündet.Wenn die Entzündung bei Ihrem Baby Schmerzen verursacht, äußert sich die Infektion mit anderen Symptomen. dein Baby…

  • will nicht trinken
  • leichtes Fieber haben
  • ist unruhig und weint viel

Außerdem kann sich eine Candidiasis parallel zu einer oralen Candidiasis entwickeln. Dies zeigt sich jedoch durch kleine Pusteln oder Pickel und nicht nur durch den weißen Belag. Candidiasis kann sich auch unabhängig von Mundsoor entwickeln. So ist es oft die Folge von Windelausschlag.

Lassen Sie Mund- oder Windelsoor immer von Ihrem Kinderarzt bestätigen. Nach einem Abstrich der Mundschleimhaut stellt sie eine klare Diagnose und empfiehlt eine wirksame Behandlung. E: In seltenen Fällen kann auch eine Besiedelung durch Soor ein Hinweis auf Diabetes mellitus sein.

Was fördert die Entstehung von Mundsoor?

Die auslösende Hefe kann sich nur dort vermehren, wo sich das menschliche Immunsystem nicht wehren kann. Neugeborene und Babys hatten noch nicht genug Zeit, um ihre eigenen Abwehrkräfte zu entwickeln – zum Beispiel die Besiedelung von Mund und Rachen mit erwünschten Keimen. Je weiter sich das Immunsystem entwickelt, desto seltener tritt die Erkrankung auf. Es sei denn, die Abwehrkräfte sind aus anderen Gründen geschwächt. Wenn ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene längere Zeit mit Antibiotika oder Kortison behandelt wurden oder HIV-positiv sind, werden sie auch anfälliger für Mundsoor. Eine Person kann keine lebenslange Immunität gegen den Pilzbefall erwerben.

Entsteht zusätzlich Soor, sorgt schwülheißes Wetter im Windelbereich dafür, dass sich der Pilz schnell vermehren kann. Neben der medikamentösen Behandlung ist jetzt eine besonders gute Hygiene wichtig. Dazu gehört Halten Sie die Haut so trocken wie möglich und wechseln Sie die Windel häufiger.

Wie bekommt Ihr Baby Mundsoor?

Orale Candidiasis ist hoch ansteckend. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Ihr Baby den Pilz bekommen kann:

Über Mama oder Papa: 20 bis 50 Prozent der Erwachsenen tragen den Hefepilz Candida albicans in sich. Das Immunsystem eines gesunden Menschen hält den Erreger jedoch in der Regel in Schach. Aber auch wenn Sie nicht krank werden, können Sie den Pilz auf Ihr Baby übertragen. Wie? Zum Beispiel durch einen gelutschten Schnuller oder einfach nur einen Kuss.

bei der Geburt: Viele schwangere Frauen sind anfälliger für Hefeinfektionen als gewöhnlich. Besonders betroffen ist der Vaginalbereich. Wenn das Baby den Geburtskanal passiert, reicht oft der Kontakt mit der Vagina für eine Infektion.

beim Stillen: Auch die Brustwarze kann betroffen sein. Durch das Stillen gelangen Krankheitserreger in den Mundbereich Ihres Babys. Die Übertragung funktioniert natürlich auch umgekehrt. Wenn Ihr Baby zuerst infiziert wurde, kann es den Erreger beim Stillen an Sie weitergeben (so entsteht Soor).

wegen mangelnder Hygiene: Auch die Dinge, die Ihr Baby in den Mund nimmt, können ein Übertragungsweg sein. Da hilft nur regelmäßiges Auskochen oder Desinfizieren von Schnullern, Beißringen & Co. Sie können den Pilz auch auf Ihren Händen verteilen. Aber regelmäßiges Händewaschen ist seit Corona unsere einfachste Übung.

Bitte machen Sie sich keine Vorwürfe! Weil der Erreger so leicht übertragbar ist, kann sich Ihr Baby fast überall anstecken. Es ist nicht Ihre Schuld, wenn dies trotz aller Vorsicht dennoch passiert.

Wie lange dauert die Krankheit?

Wurde die Infektion früh erkannt? Die Behandlung dauert etwa 8 bis 14 Tage. Nach zwei Wochen waren die letzten weißen Ablagerungen verschwunden. Länger anhaltende Infektionen heilen nicht so schnell. Selten, in schwereren Fällen, kommt es zu einer Infektion der Speiseröhre. Wird Mundsoor längere Zeit nicht behandelt, können auch Herz und Lunge in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Extremfall ist auch eine Blutvergiftung (Sepsis) möglich.

Was kann man gegen Mundsoor tun?

Mund- und Windelsoor werden mit antimykotischen Medikamenten behandelt. In der Medizin spricht man von Antimykotika. Es wird oft als Gel (wie Nystatin oder Miconazol) verschrieben, das Sie direkt auf die betroffene Stelle auftragen. Hat der Pilz bereits die Speiseröhre oder andere Organe befallen, ist auch eine Therapie mit oral verabreichten Medikamenten möglich.

Mundsoor ist leicht wieder zu infizieren. Dies gilt insbesondere für die Übertragung während der Stillzeit. Dies kann zu einem Ping-Pong-Effekt führen, bei dem sich Mutter und Kind immer wieder durch Mund-zu-Nippel-Kontakt anstecken. Daher ist es wichtig, dass Sie die Behandlung genau nach Packungsbeilage durchführen und die Medikamente einnehmen. Nur so kann die Infektion dauerhaft beseitigt werden.

Wenn Ihr Baby anfänglich Windelsoor hat, ist es wichtig, auch den Mund zu behandeln. Denn von dort gelangt der Erreger in den Magen-Darm-Trakt und kann zu einer erneuten Infektion im Gesäß führen.

Was hilft noch?

genug trinken: Es ist sehr wichtig, dass Ihr Kind während der Behandlung ausreichend trinkt. Es ist am besten, öfter zu versuchen, das Baby zu fangen, wenn der wunde Mund dazu führt, dass das Baby weniger trinkt. Wenn Ihr Baby bereits Beikost bekommt, können Sie auch Wasser anbieten. Kinderärzte raten von Mundsoor durch Kamillentee ab. Es kann sogar eine Infektion begünstigen.

Unterstützung der Natur: Zur Stabilisierung der Schleimhaut können Sie eine Tinktur aus Rattan und Myrrhe auftragen. Es ist besser, sie in der Apotheke zubereiten zu lassen. Bitte besprechen Sie die Anwendung vorher mit Ihrem Kinderarzt. Denn die Tinktur ist nicht als Einzeltherapie indiziert, da sie den Pilz nicht direkt bekämpft.

Sauber und trocken halten: Pilze lieben es heiß und feucht. Daher sollte sowohl der Windelbereich als auch die möglicherweise betroffene Brust möglichst trocken gehalten werden. Reinigt nach dem Stillen gründlich Milchreste und legt eine neue Binde an. Achten Sie regelmäßig darauf, dass der Po Ihres Babys trocken und sauber ist, wenn er ebenfalls infiziert ist. Bis die Windeldrossel weg ist, dürfen es ein paar Windeln mehr sein als sonst.

Kann ein Baby mit Mundsoor gestillt werden?

Mundsoor ist kein Grund, mit dem Stillen aufzuhören. Sobald klar ist, dass Ihr Baby infiziert wurde, ist es sinnvoll, dass Sie beide trotzdem behandelt werden. Zudem spüren Mütter die Infektion oft nicht oder können die leichte Rötung oder schuppige Haut im Warzenhof nicht eindeutig dem Soor zuordnen. Wenden Sie verschriebene Medikamente konsequent an und achten Sie besonders auf Sauberkeit. Dann gehört der lästige Pilzbefall für Sie bald der Vergangenheit an.

Wie können Sie vorbeugen?

Die hohe Infektiosität von Hefe erleichtert die Prävention nicht. Um aber zu verhindern, dass sich Ihr Baby bei der Geburt ansteckt, ist es sinnvoll, einen Scheidenpilz im letzten Trimester zu behandeln. Ist die Liebe geboren, hilft nur noch konsequente Hygiene. Sterilisieren Sie Sauger, Fläschchen und Beißringe regelmäßig, wechseln Sie häufiger die Pads und waschen Sie sich die Hände. Der Alltag eines völlig keimfreien Babys ist jedoch eine Illusion und wäre nicht gut für das Immunsystem Ihres Babys. Glücklicherweise ist Mundsoor normalerweise harmlos und behandelbar.

Quellen:
Renate Blaschke-Hellmessen (2006): Subpartale Übertragung von Candida und ihre Folgen, in: Mykosen, Bd. 41, Ausgabe s2.

Annette Noldenet al. (2013): Das große Buch für Babys erste Lebensjahre: Der Standardjob für die ersten 12 Monate, München: Graefe und Unzer.

Hans-Jürgen Tietz (2015): Mykosen im Kindesalter, 2. überarbeitete Auflage, in: Consilium, Heft, 4

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