So senken Sie den Gasverbrauch – und sparen Hunderte von Euro

Singles und Familien: So senken Sie den Gasverbrauch – und sparen hunderte Euro

Herbst und Winter werden für Millionen Familien in Deutschland zu einer teuren Angelegenheit. Es drohen Nachzahlungen im vierstelligen Bereich, weil Gastarif und Gaspreis die Kosten in die Höhe treiben. FOCUS Online gibt Tipps, wie man im Alltag aktiv Sprit spart – und damit Kosten senkt.

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Die Bundesregierung hat den Gaszuschlag auf rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde bzw. 2,8 Cent (inkl. MwSt.) gesenkt.

Die ersten Energieversorger wollen diese Gebühr ab Oktober direkt an ihre Kunden weitergeben.

Konkret bestätigten beispielsweise die EnBW-Tochter VNG und der Oldenburger Stromversorger EWE, dass sie beim Zusammenschluss der Gasnetzbetreiber Trading Hub Europe (THE) die Nutzung der Abgabe beantragt hatten. EWE will die Gebühr nur bis Ende des Jahres geltend machen.

EWE bezieht nur 1,5 Prozent seines Erdgasbedarfs aus Russland, zudem läuft der Vertrag Ende des Jahres aus, sagte ein Sprecher. Bis dahin würden aber laut Gasumlage die „Mehrkosten pro Megawattstunde, die mehr als das Zehnfache der vertraglichen Anschaffungskosten betragen“, ausgewiesen.

Für die Restlaufzeit der Zuteilung muss das Unternehmen noch weitere Ansprüche für seine 700.000 Kunden geltend machen.

Warum wird die Gasgebühr fällig – und wann muss ich sie bezahlen?

Der Zuschlag soll Gasimporteure entlasten, die wegen eingeschränkter Lieferungen aus Russland zur Erfüllung ihrer Verträge anderswo für viel Geld Gas einkaufen müssen. Ihre Mehrkosten dürfen sie derzeit nicht weitergeben, die Gebühr muss ab Oktober 90 % dieser Kosten ausgleichen. Damit sollen Firmeninsolvenzen und letztlich Lieferausfälle verhindert werden.

Der Gaszuschlag gilt ab Anfang Oktober. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird es nicht sofort auf Rechnungen sichtbar sein, sondern mit einer leichten Verzögerung. Aus Verbraucherschutzgründen sind im Energiewirtschaftsgesetz Kündigungsfristen von vier bis sechs Wochen einzuhalten.

Daher wird der größte Teil des Aufschlags wahrscheinlich erst im November oder Dezember auf den Konten erscheinen.

Gaspreise können weiter explodieren – Gasgebühr kommt hinzu

Für einen Einpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden bedeutet der Tarif ohne Mehrwertsteuer jährliche Mehrkosten von rund 121 Euro. Rechnet man die Mehrwertsteuer hinzu, wären es rund 144 Euro. Bei einem Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden betragen die Mehrkosten rund 484 Euro pro Jahr. Inklusive Mehrwertsteuer 576 Euro.

Allerdings müssen Kunden auch marktbedingte, teils drastische Preiserhöhungen zum Gaszuschlag hinzurechnen. Experten der Vergleichsportale Check24 und Verivox gehen fest davon aus, dass diese Preisanpassungen ab Jahresende sukzessive bei den Kunden ankommen.

Millionen Menschen in Deutschland sind von den explodierenden Preisen betroffen. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Gasverbrauch senken – so geht’s

Wer Gas kauft, muss jetzt seinen Verbrauch reduzieren. In den Wintermonaten wird in der Regel mit Gas geheizt. Außerhalb der Heizperiode macht die Warmwasserbereitung den größten Teil des Verbrauchs aus. Aber auch beim Backen und Kochen mit einer Gaspfeife verbrauchen Sie viel Energie.

So sparen Sie beim Kochen und Backen mit Gas

Nur mit Deckel kochen

Wenn ein richtiger Deckel auf der Pfanne ist, kann keine ungenutzte Hitze daraus entweichen. Das spart etwa dreimal so viel Energie wie das Kochen ohne Deckel. Und der Inhalt heizt sich noch schneller auf – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man hungrig ist. Ersparnis: zehn Euro pro Jahr.

Verwenden Sie einen geeigneten Topf oder eine Kasserolle

Noch mehr sparen kannst du, wenn du Pfannen verwendest, die der Größe des Kochfelds entsprechen: Die Beratungsfirma co2online empfiehlt weiterhin, dass der Durchmesser der Pfanne etwas größer sein darf als der Durchmesser des Kochfelds. Ersparnis: 20 Euro pro Jahr.

Verwenden Sie so wenig Wasser wie nötig

Wenn Sie den Topf oder Wasserkocher nur mit der Wassermenge befüllen, die Sie tatsächlich benötigen, können Sie zudem ordentlich Geld sparen. Denn Sie müssen nicht nur weniger Wasser erhitzen, sondern es erwärmt sich natürlich auch schneller.

So rät die Aktion „80 Millionen gemeinsam für die Energiewende“ dazu, Eier und Gemüse in einem Topf mit einer Wasserschicht von nur zwei Zentimetern zu garen – nicht einmal vollständig zu bedecken. Ersparnis: zehn Euro pro Jahr.

Und wenn Sie nur das Wasser im Wasserkocher erhitzen, das Sie wirklich brauchen, 14 Euro auf die hohe Kante legen kann (im Vergleich zu einem zusätzlichen Liter abgekochtem Wasser pro Tag).

Die Nudeln gleich zu Beginn in die Pfanne geben

Nudeln sollten in kaltes Wasser geworfen und damit erhitzt werden, anstatt sie in kochendes Wasser zu geben. Ersparnis: zehn Euro pro Jahr.

Spannend, aber jetzt keine Zeit?

So sparen Gaskunden Warmwasser

Du kannst zwar weniger duschen und dadurch Geld sparen, aber Verzicht ist meist kein guter Ratgeber.

Hohes Einsparpotenzial schöpfen Sie aus, wenn Sie eine Budget-Dusche kaufen. Investieren Sie stattdessen in ein hochwertigeres Modell. Eine einzige Minute unter der Dusche verbraucht 15 Liter Wasser. Die Sparbrause reduziert den Verbrauch auf sieben Liter.

Je mehr Wasser Sie pro Minute sparen, desto weniger Kalk bildet sich in der Dusche. Günstige Modelle gibt es für rund 20 Euro im Baumarkt und online. Ein Beispiel Hier finden Sie es.

Wenn Sie es gewohnt sind, sehr heiß zu duschen, reduzieren Sie die Temperatur schrittweise. Immer ein paar Grad weniger pro Bad, damit man sich an die niedrigeren Temperaturen gewöhnt.

Auch beim Einseifen sollten Sie das Wasser abstellen, das vermeidet Wasserverschwendung. In der Regel sollte das Bad nicht länger als sechs Minuten dauern. Bei einer Spardusche verdienen Sie etwa 30 Cent pro Dusche.

FOCUS Online rät: Beim Duschen Musik hören. Nach zwei Liedern (jeweils drei Minuten) sollten Sie fertig sein.

Mit einem Luftsprudler, den Sie an den Wasserhahn anschließen, können Sie auch beim Zähneputzen und bei der Kopf- und Gesichtsreinigung Geld sparen. Dieser Sparstrahlregler oder Sparstrahlregler ist ein kleines Sieb, das Luft in den Wasserstrahl mischt, sodass für den gewohnt starken Strahl weniger Wasser benötigt wird. Dadurch kann der Wasserverbrauch halbiert werden.

Solche Aufgaben sind auch online verfügbar. Zum Beispiel bei Amazon für weniger als vier Euro (bzw hier ).

Lesen Sie auch: Sofortige Sparmaßnahmen für zu Hause – mehr als 100 Euro im Jahr bringen! Was sollten Sie jetzt beim Warmwasser ändern?

Sparen Sie viel Geld beim Heizen im Winter

Neben Decken oder elektrischen Heizkörpern gibt es noch weitere Möglichkeiten, im Winter Gas zu sparen.

1. Hydraulischer Abgleich

Bei älteren Heizungsanlagen kann sich der sogenannte hydraulische Abgleich lohnen. Mit diesem Vergleich ermitteln Sanitärexperten die benötigte Heizleistung für jeden Wohnraum. Darauf aufbauend werden die benötigte Wassermenge und die optimale Vorlauftemperatur definiert.

Außerdem werden die Leistung der Pumpe und die erforderlichen Widerstände im Heizkreis berechnet. Dadurch wird sichergestellt, dass immer genau die Wassermenge von der Umwälzpumpe zu den Heizkörpern und umgekehrt fließt. Denn egal ob zu viel oder zu wenig Wasser fließt, nicht jeder Raum im Haus wird gleichmäßig beheizt. Die Folge: Kühlere Heizkörper sind heißer. Dies verursacht unnötige Kosten.

Einsparpotential: Der Energieverbrauch von Heizkörpern soll durch diese neuen Konfigurationen um bis zu 15 Prozent gesenkt werden, so das Portal „Intelligentes Heizen“ des VdZ – Wirtschaftsverband Gebäude und Energie. auf fünf Prozent Rabatt.

Kosten: Etwa 925 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, so das gemeinnützige Beratungsunternehmen Co2Online.

2. heizung abwarten und reinigen

Der Kessel muss frei von Schmutz sein, da dieser die Verbrennungsvorgänge beeinträchtigt – und das kostet Geld. Daher wird eine regelmäßige Wartung und Reinigung empfohlen. „Intelligent heizen“ empfiehlt dies jährlich nach jeder Heizsaison.

Einsparpotential: Laut “Smart Heating” etwa zehn Prozent.

Kosten: Abhängig von Gerätetyp, Anlagenalter und Umfang der Prüfleistungen. Co2Online gibt durchschnittliche Wartungskosten mit rund 160 Euro an.

3. Freiliegende Heizrohre isolieren

Freiliegende, ungedämmte Heizungsrohre in ungeheizten Räumen, etwa im Keller, geben Wärme ab – die sie eigentlich in die Wohnräume tragen müssen. Aber man kann etwas dagegen tun: Jeder kann seine freiliegenden Heizungsrohre dämmen. Zum Beispiel mit Isolierschalen, die um Rohre gelegt werden können.

Übrigens: Die Dämmung von Heizungsrohren in unbeheizten Räumen ist laut Gebäudeenergiegesetz 2020 Pflicht.

Einsparpotential : Pro Meter Rohr lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 200 Kilowattstunden Energie einsparen.

Kosten: Rohrisolierung plus Kleber und Isolierband gibt es für drei bis zehn Euro pro Meter im Baumarkt.

4. Lüften beim nächsten Heizstart

Wenn die Heizkörper gerade im oberen Bereich nicht richtig heiß sind oder es in den Rohren gurgelt, ist Luft drin. Es muss bis zum Beginn der nächsten Aufwärmsaison ausfallen. So funktioniert es in Kürze: Beim Entlüften wird das Ventil an der Seite des Heizkörpers mit einem Vierkantschlüssel geöffnet und offen gelassen, bis nur noch Wasser austritt.

Einsparpotential Für rund 60 Euro pro Lüftung lässt sich laut Co2Online in einem Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Gas sparen.

Kosten: Einfache Vierkantschlüssel sind online oder in Baumärkten erhältlich. ein Korrespondent Das Angebot finden Sie hier.

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